Wieso SEO nicht ohne Social Media geht

SEO und Social Media befruchten sich zweifellos gegenseitig, allerdings gibt es unbestrittene Konflikte zwischen Vertretern beider Lager. Facebook macht Google inzwischen sehr deutliche Konkurrenz, das sehen die Betreiber der größten Suchmaschine natürlich nicht gern. Dabei ist diese nach wie vor der weltweit größte Traffic-Lieferant.

Beide Online-Giganten versuchen allerdings die Werbebudgets der Unternehmen abzuschöpfen, weshalb gern die provokative Frage gestellt wird, was sich denn mehr lohne: Suchmaschinenoptimierung (und -werbung) oder Social Media Marketing? In Wahrheit ist das kein Gegensatz, denn eins greift ins andere.

Praktische Kooperation zwischen Social Media und Suchmaschine

Unternehmen wie etwa die Deutsche Bahn bieten ihren Kundenservice über Suchmaschinen und auch auf Facebook an. Diese Seite finden wiederum die Kunden über die Google-Suche oder andere Suchmaschinen. Hierfür muss natürlich Suchmaschinenoptimierung betrieben werden.
Bei der Deutschen Bahn klappt das: Ihre Facebook-Dependance gehört zu ihren besten Ergebnissen im Google-Ranking. Viele Händler schaffen das auch, unter anderem das Stuttgarter Warenhaus Breuninger.
Es betreibt neben der Facebook-Seite auch einen Kanal auf You Tube, wodurch wiederum die Social-Media- und die Google-Präsenz gleichermaßen gestärkt werden.
Solch gute Positionen haben einen mehrfachen Nutzen: Zunächst einmal finden Interessenten sehr schnell die Produkte des Händlers, doch dieser wird gleichzeitig vor schlechten Meldungen bis hin zum Shitstorm besser geschützt. Wenn die ersten Ergebnisse (etwa bis zum Platz 10) in Suchmaschinen und Social Media Kanälen durch die eigenen positiven Beiträge besetzt werden, ist schlechte Presse viel schwerer zu entdecken.
Social-Media-Profile werden von Suchmaschinen grundsätzlich gut bewertet, weil sie von starken Seiten kommen. Damit fördern sie das Google-Ranking. Dieses fördert wiederum – auch wenn es aus anderen Quellen stammt – die schnelle Auffindbarkeit eines Social-Media-Beitrags.
Wer diesen Effekt unterstützen möchte, muss an die ordentliche Verlinkung seiner Social-Media-Profile denken. Hierfür sind teilweise SEO-Spezialisten gefragt, weil es einige technische Kniffe zu beachten gilt – etwa das richtige Setzen von „dofollow“-Attributen oder das Vermeiden von undurchschaubarem Javascript.

Was hat die SEO genau von Social Media?

Suchmaschinenoptimierung ist schwerer geworden, weil die Konkurrenz gestiegen ist und sich hinreichendes Know-how überall verbreitet hat. Ein paar Keywords auf der Webseite und einige Backlinks genügen längst nicht mehr.
Der Nutzen ist aber nicht so leicht ersichtlich, wie viele Laien glauben.
Die Facebook-Shares, Pins und Tweets sind noch kein direkter Ranking-Faktor. Jedoch erreichen Webmaster via Social Media die „Influencer“, die wichtige Nachrichten verbreiten und damit für das virale Marketing sorgen.
Diese Technik-Redakteure oder modebegeisterten Bloggerinnen sind selbst vorrangig auf Social-Media-Kanälen unterwegs. Facebook und You Tube sind die großen Favoriten, Instagram, Pinterest und Twitter sind je nach Thema ebenfalls enorm wichtig. Influencer tragen nicht nur eine Botschaft weiter, sie geben auch ihre Quellen an und verlinken auf diese. Das wiederum belohnt Google.
Hinzu kommen wertvolle User-Signale, welche interessierte Leser zum Beispiel auf ihrer eigenen Facebook-Seite hinterlassen. Die geteilten Beiträge werden von Freunden gelesen, die – anders als bei bloßer Werbung – auf der Seite eine Weile bleiben, weil sie der Nachricht ihres Freundes vertrauen. Die Verweildauer steigt, die Absprungrate sinkt. Das führt schon seit geraumer Zeit zu einem viel besseren Ranking bei Google. Es ist auch ein Grund, warum sich gut gemachte Videos auf You Tube unter dem Blickwinkel der SEO so sehr lohnen. Zunächst einmal werden sie lange angeschaut, die Verweildauer ist damit hoch. Zweitens gelangen die Interessenten von dort auf die Webseite des Anbieters, wo es ordentliches Zusatzmaterial und Interaktions-Möglichkeiten gibt, was eine Suchmaschine misst und mit gutem Ranking belohnt. Diese Verquickungen sind ein guter Grund, warum SEO- und Social-Media-Experten eines Unternehmens Hand in Hand arbeiten sollten. Sie können ihre Kampagnen miteinander abstimmen und damit den Promotionerfolg potenzieren.